Marcel Gisler

IIZ Koordinator

Das Ziel eines IIZ-Standortgesprächs ist immer ein gemeinsamer Handlungsplan, um die Klientin oder den Klienten wieder in den Arbeitsmarkt einzugliedern. Gelingt es, einen solchen Handlungsplan mit geeigneten und zielführenden Massnahme zu erstellen - hinter dem auch alle stehen - werte ich dies als Erfolg.

Marcel Gisler

Mit Situationen, die recht vertrackt sind, bin ich täglich konfrontiert. Meine Aufgabe ist dann, das «Chrüsimüsi» zu entflechten und eine saubere Auslegeordnung zu schaffen.

Die Interinstitutionelle Zusammenarbeit, kurz IIZ, setzt dort an, wo erwerbslose Personen mit einer realistischen Wiedereingliederungschance irgendwo zwischen den Institutionen RAV, IV-Stelle und den Sozialdiensten stranden. Der Versuch eine Person in den Arbeitsmarkt einzugliedern blieb erfolglos, auch weil eine unklare Zuständigkeit zwischen den Institutionen besteht. Braucht es also Klärung und Koordination, so wenden sich RAV, IV oder Sozialdienste an mich.

Heute Morgen zum Beispiel hat sich der Sozialdienst der Gemeinde XY bei mir gemeldet. Der Fall: Eine Frau, 52-jährig, drei Kinder, bisherige Arbeit im Pflegeberuf, Rücken kaputt, IV-Beschluss: Teilarbeitsfähigkeit, Kündigung durch den Arbeitgeber, eingestellte Leistungen der Taggeldversicherung, Anmeldung auf dem RAV, erfolglose Suche nach Teilzeitarbeit und, und, und. Solche Geschichten landen bei mir.

Ich lege Wert darauf, die Anspruchsgruppen zu einem guten Zeitpunkt an einen Tisch zu bringen. Nicht selten kommt dabei eine ansehnliche Gruppe zusammen: Es kann durchaus sein, dass ich neben der Klientin oder dem Klienten auch IV, Sozialdienst und RAV, Vertrauensärzte oder Anwälte sowie Vertretende der Taggeldversicherung und anderen Stellen an einen Tisch einlade.

In der Regel nehme ich vor der Besprechung erneut den telefonischen Kontakt zur Klientin oder zum Klienten auf. Mir ist dabei wichtig, dass die Leute meine Stimme hören und dass ich ihnen sagen kann, was sie erwartet. Sie sollen schliesslich keine Angst haben, wenn sie zu uns, also sozusagen in die Höhle des Löwen kommen.

Um 13.30 Uhr begrüsse ich die involvierten Institutionen bei mir auf der IV-Stelle. Dann geht es zack-zack. Im Schnellzugstempo überprüfen wir die Ausgangslage anhand meiner Flip-Chart Zeichnungen, definieren die Hauptthemen und formulieren Fragen an die Klientin oder den Klienten. Die Klientin oder der Klient kommt eine halbe Stunde später - um 14 Uhr - dazu.
Die Sitzungen dauern rund drei Stunden. Es gilt ganz pragmatisch zu klären: Welche ist die fallführende Institution, wer macht was und wann.

Das Ziel eines IIZ-Standortgesprächs ist immer ein gemeinsamer Handlungsplan, um die Klientin oder den Klienten wieder in den Arbeitsmarkt einzugliedern. Gelingt es, einen solchen Handlungsplan mit geeigneten und zielführenden Massnahme zu erstellen - hinter dem auch alle stehen - werte ich dies als Erfolg. Und, wenn ich mit meiner Gesprächsführung und adäquaten Fragetechniken etwas dazu beigetragen habe, macht mich das natürlich zufrieden.

Meine Rolle als Gesprächsführer verlangt grosse Aufmerksamkeit und gutes Zuhören. Es gibt Situationen in denen ich eingreife - etwa wenn das Gespräch unkoordiniert abläuft oder es durch verdeckte Konflikte beeinflusst wird. Manchmal muss ich mich mit meiner eigenen Meinung und Haltung aber auch etwas zurücknehmen. Diese Präsenz ist nicht ohne.

Meistens fühle ich nach den Gesprächen eine Art «Leere». Ich packe dann einfach die beschriebenen Flip-Charts zusammen, gehe hoch ins Büro, beantworte noch ein oder zwei Telefonanrufe und mache dann Feierabend.


Gespräch und Bild Michael Wicki

Kontakt

IIZ-Koordinationsstelle des Kantons Luzern
c/o IV Luzern
Marcel Gisler
Landenbergstrasse 35
6002 Luzern
T 041 369 08 90

www.disg.lu.ch/themen/iiz

IIZ-Koordinator des Kantons Luzern: Marcel Gisler